
„Die Schüler lernten eigentlich nur durch direktes Vor- und Nachmachen und ständige Wiederholung. Lesen, Schreiben, das Alphabet, Zählen und ein wenig Rechnen standen im Vorderrund. Wann immer Zeit dafür war, unterrichtete ich mit der gesamten Klasse Kunst - wir malten und zeichneten, machten Farbexperimente, bauten Masken, spielten Theater. Das waren die Highlights“
„Schon in den ersten Tagen lernte ich, dass die übliche Bezeichnung „taubstumm“ falsch ist, denn jeder Schüler zeigte seine Stimme, wenn er lachte, sich beschwerte, stritt – eben kommunizierte. Besonders die Kleinen blieben nicht lange bei ihren Aufgaben, sondern spielten und tollten laut herum.“
Die beiden Zitate stammen von Daniela, die als Freiwillige im Sommer 2009 für 3 Monate an der Gehörlosenschule Vivenda in Atakpamé mitarbeitete. (Erfahrungsbericht Daniela)
Atakpamé – Togo’s fünftgrößte Stadt – liegt rund 100 km nördlich von der Hauptstadt Lomé, an der Grenze zu Ghana, entfernt . Hier wurde 2003 in einem Innenhof unter einem Palmendach eine der vier Schulen für gehörlose Kinder und Jugendliche in Togo gegründet.

Reverend Pasteur Etiko Kokouni Teté gründete 1995 die erste Gehörlosen-schule in Lomé. Drei weitere folgten.
Im September 2009 besuchten wir die Einrichtung in Lomé. Reverend Teté
erklärt uns den Aufbau und die Standorte der Schulen.
Normalerweise erhalten gerade diese Kinder und Jugendliche keine schulische Förderung, sondern leben als „stumme Arbeitskräfte“ in ihren Familien. Ins Leben gerufen, wurden die Gehörlosenschulen von Reverend Pasteur Etiko Kokouni Teté, der 1995 die erste Gehörlosenschule in Lomé gründete, die er bis heute leitet. Die vier Standorte sind: Lomé, Kpalimé, Atakpamé und Sodoké.
Seit 2007 unterstützen wir die Gehörlosenschule Vivenda in Atakpamé. Dort werden rund 30 Kinder und Jugendliche unterschiedlichen Alters und Vorbildung unterrichtet. Monsieur Daniel Daké ist der einzige Lehrer. Er unterrichtet die Schüler in der Gebärdensprache und vermittelt ihnen ein Grundwissen in den wichtigsten Schulfächern (Lesen, Schreiben, Rechnen, Geographie, etc.).

Daniel Daké ist der Lehrer an der Gehörlosenschule Vivenda in Atakpamé. Er wird unterstützt von Freiwilligen aus Europa.
Regelmäßig wird er von Volontären, vorwiegend aus Deutschland, unterstützt.
Bei Regen wird auf einen einzigen Raum, der nur rund 12 qm groß ist, ausgewichen.
Viele der Schüler nehmen große Hürden in Kauf, um am Unterricht teilnehmen zu können, z.B. sehr lange Schulwege und Vorbehalte in der Familie. Monsieur Daké, der Lehrer, berichtete uns, dass es oftmals schwierig sei, die Eltern von einem Schulbesuch der Tochter oder des Sohnes zu überzeugen. Hier leistet er regelmäßige Aufklärungsarbeit. Mit Daniela, die im Sommer 2009 als Freiwillige für drei Monate in der Schule mitarbeitete, besuchte er einige Familien und konnte fortan den Schulbesuch von drei Kindern erwirken.
Die Haltung und Motivation der Lehrer in den Gehörlosenschulen in Lomé und Atakpamé haben uns bei unserem Besuch im September 2009 sehr stark beeindruckt. Wenn man sich vorstellt, unter welchen Bedingungen dort Schule stattfindet – diese Verhältnisse sind nicht mit dem deutschen Schulsystem vergleichbar!
Wie sieht unsere Unterstützung und Hilfe aus?
Wir leisten eine regelmäßige monatliche Spende in Höhe von 30 €, davon werden laufende Kosten wie z.B. Unterrichtsmaterialien, Schulhefte, Kreide, etc. gedeckt
Finanzierung von Reparaturen z.B. Ausbesserungen am Strohdach
Vermittlung / Betreuung von Freiwilligen, die in der Schule mitarbeiten
Geplant ist die Finanzierung von Schulbänken – hierfür sammeln wir konkret Ihre Spenden.
Für weitere Bilder siehe auch unsere Bildergalerie.
Über ihre Erfahrungen als Freiwillige in diesem Projekt erzählen Martina und Daniela.
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